"Frauenfußball: Der lange Weg zur Anerkennung"

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Frauenfußball - Der lange Weg zur Anerkennung (Gebundene Ausgabe)

Große internationale Erfolge haben den deutschen Fußballfrauen endlich die öffentliche Aufmerksamkeit eingebracht, die sie verdienen.  2003 und 2007 wurden sie Weltmeisterinnen, 2005 Europameisterinnen.
Auch bei den bevorstehenden Turnieren zählen sie zu den heißen Favoritinnen: im kommenden Sommer, wenn es in Finnland um den EM-Titel geht, und vor allem 2011, wenn in Deutschland die Weltmeisterschaft stattfindet und alle Fans auf ein
neues Sommermärchen hoffen.

Erstmals wird in diesem Buch die Geschichte des Frauenfußballs ausführlich erzählt: von den Anfängen in England eingangs des 21. Jahrhunderts, über die Verbote durch offizielle Verbände bis zum Neubeginn in den 1970er Jahren. Internationale Turniere,
deutsche Bundesliga und Nationalelf werden ebenfalls zum ersten Mal in Buchform präsentiert.

Reiner Hennies / Daniel Meuren | Frauenfußball - Der lange Weg zur Anerkennung | 400 Seiten, Hardcover

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Rezension (soccaplace.com - das Blog zum Frauenfußball)

Buchrezension: Frauenfußball - Der lange Weg zur Anerkennung
Ein Buch von Rainer Hennies / Daniel Meuren

Fast 400 Seiten stark ist das Buch, das im Verlag „Die Werkstatt“ erschienen ist. Ziel der Autoren war es, das Nachschlagewerk für den Frauenfußball zu schaffen. Wirft man einen Blick ins Inhaltsverzeichnis kann man den Umfang des Buches schon erahnen. Die Themen handeln von der Geschichte und Entwicklung, über die Bundesliga bis hin zur Nationalmannschaft und den internationalen Ligen. Wobei das wichtigste Ereignis im Frauenfußball, die WM 2011 in Deutschland, auch ihr eigenes Kapital erhält. Ein Statistikteil am Ende beschließt das Buch. Zeigt man nun dieses Buch einem eingefleischten Frauenfußballkenner, der seit Jahren die Spiele der Frauen verfolgt, wird dieser erwidern: Das kenn ich schon alles. Was aber nicht gleich bedeutend damit ist, dass der Kauf dieses Buches überflüssig wäre. Echte Experten, egal auf welchem Gebiet, gibt es immer. Und denen wird man auch nie etwas Neues erzählen können. Aber für eben diese ist das Buch auch nicht gemacht. Wie der Selbstanspruch der Autoren schon sagt, soll es eben eine Art Lexikon für jeden Frauenfußball- Interessierten sein und die es noch werden möchte. Der allgemeine Fan, gerade jüngeren Alters, findet hier doch die ein oder andere Anekdote aus vergangener Zeit oder Geschichten für die Vereine, die vor dem FFC Frankfurt die Liga bestimmten. Ein großes Plus dieses Buches sind vor allem die vielen Bilder. Zwar sind alle nur Schwarz- Weiß, entscheidend ist aber ihr Seltenheitswert. Die meisten stammen aus einer Zeit, als der Fußball bei den Frauen noch in den Kinderschuhen steckte. Weiterhin fallen die zahlreichen Interviews und Portraits auf. Natürlich werden auch hier die bekannten Namen wie Nia Künzer, Birgit Prinz und Marta behandelt. Sie gehören eben dazu. Aber es kommen auch Frauen wie Bärbel Wohlleben zu Wort oder es gibt ein Portrait von Carolina Morace. Die Nationalspielerin aus Italien ist einigen noch ein Begriff. Beim Namen Wohlleben müssten wahrscheinlich schon Kenner überlegen. Sie war die erste Frau, die ein Tor des Monats schoss. Noch einige Frauen sollten ihr folgen. Wie überall hat jede Medaille zwei Seiten. Hier und da haben sich Rechtschreibfehler eingeschlichen, was besonders ärgerlich ist, da man dieses Problem mit einem guten Lektor hätte lösen können. Auch die Debatte über das Cover ist berechtigt. Die Frage ist ob bei einem Werk - das sich mit der Gesamtheit des Sportes auseinandersetzt – unbedingt Kim Kulig zu sehen sein sollte. Sie ist ohne Frage eines der Talente Deutschlands. Auch soll sie eines der Gesichter der Weltmeisterschaft 2011 werden. Nur hätte in diesem speziellen Fall nicht eine Prinz, Meinert oder eine andere Große besser gepasst? Die Antwort auf diese Frage kann und muss sich jeder selbst beantworten. Was aber noch mehr stört ist ein Gastbetrag von Matthias Kittmann, der behauptet, dass die Homosexualität beim Frauenfußball, so wie sie momentan behandelt wird, nur Probleme schaffe. Er spricht von Zickenkrieg und dass die Mitspielerinnen sich nicht mehr anspielen nach einer Trennung. Er spricht aber auch davon, dass ein Outing immer besser wäre, die Gesellschaft das akzeptiere. Die Frauen würden sich freiwillig in das Abseits durch ihre Geheimnistuerei stellen. Sein Fazit: „Und wenn man damit mal auf dem Boulevard landet, kein Problem. Die MTV- und i-pod Generation hat damit keine Schwierigkeiten.“ Jeder darf und kann dazu seine eigene Meinung haben. Erinnert man sich aber an die mediale Welle zur Beziehung von Inka Grings und Linda Bresonik und in welchem Maße gerade Letztgenannte darunter litt, ist diese Aussage wohl kaum zu verstehen.
Insgesamt kann man das Buch aber ohne schlechten Gewissens weiterempfehlen. Bekannte Tatsachen gehören in ein Nachschlagewerk ebenso, wie neue Aspekte. Es gibt einem einen guten Einblick in die Welt des Frauenfußballs, wenn man nicht so in der Materie steht. Vor allem die historischen Bilder, die es zu hauf gibt, bereichern das Buch. In Zukunft wird es eines der wichtigsten Bücher zu diesem Thema bleiben.

Quelle: soccaplace.com

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